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Krätze: Milbenbefall der Haut erkennen und bekämpfen

Hautveränderungen lassen sich auf viele Ursachen zurückführen. Ein Hautausschlag, der aus hellroten Punkten besteht und stark juckt, deutet auf Krätze hin. Scabies tritt vorwiegend bei Kindern und jungen Erwachsenen auf. Die Verursacher sind Krätzmilben, welche die menschliche Haut zur Eiablage nutzen. Leben viele Menschen auf engem Raum zusammen, steigt das Erkrankungsrisiko. Die Hygienebedingungen spielen dabei eine eher untergeordnete Rolle. In Deutschland treten jährlich etwa 8.300 Infektionen auf.

Krätze – Erklärung und Definition

Bei Krätze handelt es sich um eine ansteckende Hauterkrankung. Der medizinische Fachbegriff lautet Skabies. Die Skabiesmilbe gilt als Verursacher der Krätze. Die nur etwa 0,4 Zentimeter großen Krätzmilben legen ihre Eier unter der Hautoberfläche in Gängen ab. Zunächst bekommt der Betroffene nichts davon mit und bleibt beschwerdefrei. Erst wenn sich aus den Larven die Milben entwickeln und diese schlüpfen, tritt eine mit Ausschlag und starkem Juckreiz verbundene Hautreaktion auf. 

Die Hautveränderungen zeigen sich vorwiegend zwischen Fingern und Zehen, an den Knöcheln, in der Achselgegend, um die Brustwarzen oder im Genitalbereich. An Rücken, Kopf und Nacken tritt die Krätze dagegen nicht auf. 

Krätzmilben vermehren sich bevorzugt, wo Menschen auf engem Raum zusammenleben. Dies erklärt vermehrte Krankheitsvorkommen in Kindereinrichtungen und Alten- und Pflegeheimen. 

In geschlossenen Einrichtungen besteht Meldepflicht. Wenn folglich in Kindergärten, Schulen, Altenheimen, Pflegeheimen, Asylantenunterkünften oder Gefängnissen Krätze auftritt, muss dies umgehend dem zuständigen Gesundheitsamt gemeldet werden. 

Das Infektionsschutzgesetz regelt, dass erkrankte Kinder und Erwachsene Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen dürfen. Die Einrichtungen müssen über den Krankheitsfall informiert werden. Dies gilt auch für mögliche Verdachtsfälle. Die Einrichtung meldet den Fall dem zuständigen Gesundheitsamt. Dieses entscheidet, in Kooperation mit dem behandelnden Arzt, wann der Betroffene die Einrichtung wieder besuchen darf.

Die wichtigsten Fakten über Krätzmilben

Milben gehören der artenreichen Gattung der Spinnentiere an. Die meisten Vertreter dieser Art sind mit dem bloßen Auge kaum erkennbar. Einige Milben können Krankheiten auslösen oder übertragen. Verschiedene Milbenarten können stechen oder beißen. Wieder andere Vertreter sondern bestimmte Eiweiße ab, die Allergien auslösen können.

Folgende Milbenarten gibt es:

  • Hausstaubmilbe
  • Zecke
  • Grasmilbe (Erntemilbe, Herbstmilbe)
  • Krätzmilben (Grabmilben)
  • Haarbalgmilbe

Ansteckung: Das sind die Ursachen von Krätze

Milben können Menschen jeden Alters befallen. Gehäuft tritt Krätze bei Kindern und Jugendlichen auf. Die Ursache ist enger und längerer Körperkontakt. Der Zeitraum beträgt dabei mehr als zehn Minuten. Gemeinsames Spielen in Kindereinrichtungen und die Hilfe bei der Körperpflege von Kindern und älteren Menschen sind mögliche riskante Situationen. Auch das Schlafen in einem Bett und Geschlechtsverkehr können zu einer Übertragung führen. 

Die weiblichen Milben graben sich in die oberen Hautschichten des Menschen. Dort legen sie täglich bis zu drei Eier ab. Pro Tag legen Krätzmilben bis zu fünf Millimeter an Strecke zurück. Der Nachwuchs schlüpft nach zwei bis drei Tagen. Die Larven wandern an die Hautoberfläche und suchen in Hautfalten Unterschlupf. Nach maximal drei Wochen sind geschlechtsreife Milben daraus geworden und der beschriebene Kreislauf beginnt von vorn. 

Die Männchen sterben nach der Befruchtung der Weibchen. Milben besitzen eine Lebenszeit von bis zu zwei Monaten. Der Mensch bemerkt die ersten Krankheitsanzeichen drei bis fünf Wochen nach der Ansteckung.

Tipp: Händeschütteln oder kurz Umarmungen führen meist zu keiner Ansteckung. Lediglich bei der als hoch ansteckenden Borkenkrätze genügt ein kurzer Hautkontakt.

Häufig sind Haustiere von Milben befallen. Diese können auch auf den Menschen über wandern. Dort sterben sie jedoch innerhalb kurzer Zeit ab. Selten erfolgt eine Ansteckung über kontaminierte Kleidung oder Bettwäsche.

Achtung: Krätzmilben können bis zu zwei Tage auf Bekleidung, Decken und Polstern überleben.

Das Risiko steigt, wenn Menschen eng zusammenleben. Meist leidet die ganze Familie unter dem Milbenbefall. Eine gezielte Vorbeugung ist nicht möglich. Krätze kann jeden Menschen befallen und auch unter den besten hygienischen Bedingungen auftreten.

Die Ursachen von Krätze im Überblick:

  • Längerer enger Hautkontakt mit Betroffenen
  • Zusammenleben auf engem Raum
  • Geschlechtsverkehr
  • Schlechte Immunabwehr
  • Bestehende Immunschwäche
  • Kontakt mit kontaminierter Kleidung oder Bettwäsche
  • Mangelnde Körperhygiene

Symptome: Diese Anzeichen gibt es für Krätze

Die ersten typischen Symptome zeigen sich vier bis sechs Wochen nach dem Befall:

  • Hautausschlag (hellrote Punkte, bis zu einem Zentimeter im Durchmesser)
  • Starker Juckreiz (vermehrt in den Nachtstunden)
  • Brennen der Haut
  • Braunrote Streifen (Milbengänge, vermehrt zwischen Fingern und Zehen)
  • Bläschen von Stecknadelgröße
  • Verletzte Hautstellen durch Kratzen
  • Unbehandelt: Entwicklung von großflächigem Ausschlag

Befallen sind vorwiegend folgende Körperpartien, an denen die Haut möglichst dünn und warm ist:

  • Fingerzwischenräume
  • Zehenzwischenräume
  • Knöchel
  • Handgelenke
  • Achseln
  • Ellenbogen
  • Brustwarzen
  • Genitalien

Bei Säuglingen und Kleinkindern kommt der Milbenbefall auch an Kopf, Gesicht und Hand- und Fußflächen vor.

Achtung: Die Hautveränderungen können leicht für Allergien oder Ekzeme gehalten und entsprechend falsch behandelt werden. Bei einem Verdacht den Arzt darüber informieren!

Die verschiedenen Krätze-Arten im Überblick

Krätze lässt sich abhängig von ihrer Ausprägung und der Art der Beschwerden in verschiedene Formen einteilen:

  • Gepflegte Scabies: Bei Menschen, die eine intensive Körperpflege betreiben und verschiedene Kosmetika benutzen, zeigen sich die Krätze Symptome häufig in abgeschwächter Form. Eine gepflegte Scabies lässt sich meist schwer feststellen.
  • Nodöse Scabies: Bei dieser Form bilden sich rotbraune Knötchen aus und es entsteht ein starker Juckreiz. Diese Hautveränderungen enthalten keine Milben. Nach einer erfolgreichen Behandlung können die Symptome noch über Monate bestehen bleiben.
  • Bullöse Scabies: Diese Krätzeform ist häufig bei Kindern anzutreffen. Es kommt zu einer vermehrten Blasenbildung.
  • Borkenkrätze: Die Borkenkrätze (Scabies crustosa) ist eine besonders aggressive Form der Hauterkrankung. Dabei können Hautrötungen am ganzen Körper auftreten und nicht nur an Stellen, die tatsächlich von Milben befallen sind. Es bilden sich vermehrt Schuppen. An den Innenflächen von Händen und Füßen treten verdickte Hornhautschichten auf. Die Borken können eine Dicke von mehr als einem Zentimeter erreichen und kommen häufig an Fingern, Handrücken und Ellenbogen vor. Da es sich um einen vermehrten Milbenbefall handelt, ist die Borkenkrätze weit ansteckender als die übrigen Verlaufsformen. Ein Händeschütteln und ein kurzer Körperkontakt können für eine Ansteckung bereits ausreichen.

Tipp: Bei der Borkenkrätze kommt es meist nicht zum beschriebenen Juckreiz.

Therapie: Maßnahmen zur Behandlung von Krätze

Meist kann die Diagnose anhand des charakteristischen Hautausschlages gestellt werden. Eine mikroskopische Untersuchung der oberflächlichen Hautschuppen kann Gewissheit bringen. 

Die Behandlung erfolgt durch den Auftrag spezieller Lösungen gegen Infektionen und Parasitenbefall. Diese Präparate werden am ganzen Körper angewendet und erst nach einer Einwirkzeit von acht bis 24 Stunden entfernt. Es sollten alle im Haushalt lebenden Personen behandelt werden, damit es nicht zu einem Wiederbefall kommt. Gegen den Juckreiz kann der Arzt Kortiosteroide verschreiben. Diese Präparate enthalten das körpereigene Hormon Kortison und sind nicht ohne Nebenwirkungen.

Das primäre Ziel einer Krätze-Behandlung ist die Abtötung der Parasiten. Dafür kommen verschiedene Präparate infrage:

  • Permethrin
  • Allethrin
  • Benzylbenzoat
  • Ivermectin

Permethrin kommt am häufigsten zur Anwendung. Die Creme wird meist einmalig und wie beschrieben auf den gesamten Körper aufgetragen. Kann Permethrin nicht angewendet werden, kann zu Allethrin gegriffen werden. Dieses Mittel steht Patienten in Sprayform zu Verfügung. 

Benzylbenzoat wird schnell und sicher gegen Milben. Da die Anwendung recht aufwendig und kompliziert erscheint, kommt das Präparat nur in Ausnahmefällen zum Einsatz. Ivermectin ist das einzige Mittel gegen Krätze, welches in Tablettenform eingenommen werden kann. Vor allem bei Kindern stellt auch Crotamiton eine Alternative dar. 

Tipp: Das noch bis vor einigen Jahren häufig verschriebene Insektizid Lindan wurde aufgrund der gesundheitlichen Bedenklichkeit heute weitgehend vom Markt genommen. 

Achtung: Zehn Stunden vor und nach einer Behandlung mit Krätze-Präparaten sollten keine Vollbäder genommen werden. Diese weichen die Haut auf und können Nebenwirkungen der Medikamente fördern.

Krankheitsverlauf und Prognose von Krätze

Krätzemilben stellen kein Gift her und greifen den menschlichen Körper nicht direkt an. Auch von den gegrabenen Hautgängen gehen keine Symptome aus. Zu Beschwerden kommt es lediglich weil unser Immunsystem auf den Kot der Milben reagiert. Diese Abwehrreaktion des Körpers wird in Form der beschriebenen Symptome deutlich. 

Bis der Körper seine Abwehrreaktion einleiten kann und die entsprechenden Immunzellen produziert hat, vergehen nach dem Erstkontakt mit den Milben einige Wochen. 

Mit den genannten Medikamenten ist es möglich, die Milben innerhalb weniger Tage zu vernichten. Der Juckreiz und weitere Begleitsymptome können noch über Wochen anhalten. Wurde die Haut stark aufgekratzt, entstehen Entzündungen, deren Heilungsprozess Zeit in Anspruch nimmt.

Wurden die Milben äußerlich behandelt, gelten die Betroffenen nicht mehr als ansteckend. Gleiches gilt für Personen, die mit Tabletten behandelt wurden für einen Tag nach der Einnahme. 

Welche Komplikationen können auftreten?

Krätze schädigt die Haut und macht sie zur Eintrittspforte für weitere Erreger. Dies wird in medizinischen Kreisen als Superinfektion bezeichnet. 

Meist dringen Streptokokken oder Staphylokokken in die obere Hautschicht ein. Dadurch kann eine Wundrose entstehen. Diese Entzündung wird von Schüttelfrost und Fieber begleitet. Wer sich mit Streptokokken der Gruppe A infiziert hat, muss mit Nierenproblemen und rheumatisches Fieber rechnen. 

Was ist bei Krätze zu beachten?

  • Kontaktpersonen sollten Handschuhe tragen.
  • Die Einwirkung der Mittel kann durch das Tragen von Baumwollhandschuhen intensiviert werden.
  • Nach Abwaschen der Medikamente ist die Kleidung vollständig zu erneuern.
  • Durch intensive Körperhygiene kann einer Vermehrung der Milben entgegengewirkt werden.
  • Kontaktpersonen sollten stets mitbehandelt werden.
  • Kontaminierte Kleidung oder Bettwäsche ist bei mindestens 60 Grad zu reinigen. 

Vorbeugung: So kann man sich gegen Krätze schützen

Ein effektiver Krätzeschutz ist nicht möglich. Ausgenommen, man schottet sich komplett von anderen Menschen ab. Es kann jedoch einiges dafür getan werden, dass sich die Erkrankung weniger schnell ausbreitet:

  • Intensiven Körperkontakt vermeiden
  • Tragen von Einmalhandschuhen
  • Tragen von langärmliger und eng anliegender Kleidung
  • Bettwäsche täglich wechseln
  • Handtücher täglich erneuern

5 Fakten über Krätzmilben

  1. Etwa 0,4 Zentimeter groß und nur schwer erkennbar
  2. Körper besitzt die Form einer Halbkugel und ist mit Dornen besetzt
  3. Weibchen graben sich in die menschliche Haut und legen dort Eier ab
  4. Männchen bleiben auf der Hautoberfläche und begatten die Weibchen
  5. Bleibt Krätze unbehandelt, verlassen die Milben ihren Wirt nicht

Zusammenfassung & Fazit

Krätze gilt als ansteckende Hautkrankheit. Die Überträger sind Milben. Durch den engen Hautkontakt mit Betroffenen kann man sich infizieren. Das Risiko ist bei Kleinkindern oder älteren Menschen in Senioreneinrichtungen besonders hoch. Um sich zu infizieren, muss ein längerer Hautkontakt bestehen. Durch die Ausscheidungen der Parasiten wird eine allergische Reaktion im Körper ausgelöst. Die Folge sind Hautausschläge die mit starkem Juckreiz verbunden sind. Krätze ist gut behandelbar. Meist werden Lotionen zum Auftrag auf die Haut verordnet. 

FAQ zu Krätze

Krätze ist eine Hauterkrankung, die jeden Menschen treffen kann. Daher ist es wichtig, sich umfassend über das Erscheinungsbild, die Symptomatik und eine mögliche Behandlung zu informieren. Folgende FAQs geben in verkürzter Form einen Überblick über Krankheitsbild und Behandlung.

Woher bekommt man Krätze?

Die Krätzmilbe lässt sich auf der Haut nieder und legt ihre Eier in die oberen Hautschichten ab. Nachdem die Milben geschlüpft sind, treten die ersten Symptome auf. Die Haut identifiziert den Milbenkot als Fremdkörper und zeigt eine allergische Reaktion.

Wie kann man sich mit Krätze anstecken?

Eine hohe Ansteckungsgefahr besteht, wenn Menschen auf engem Raum über längere Zeit miteinander Kontakt haben. Dies passiert bei spielenden Kindern ebenso wie beim Teilen von Tisch und Bett und gegenseitigem Geschlechtsverkehr. Eine Übertragung über Kleidung oder Bettwäsche kommt seltener vor.

Wie erkennt man Krätze?

Krätze lässt sich an einem juckenden Hautausschlag, bestehend aus kleinen hellroten Punkten erkennen. Weniger deutlich ins Auge fallen die braunroten Milbengänge. Ein deutliches Anzeichen ist der starke und besonders nachts einsetzende Juckreiz.

Wie fängt Krätze an? Was sind die ersten Anzeichen?

Als erste Anzeichen werden ein Brennen und Jucken der Haut wahrgenommen. Dies passiert, wenn die Milben unter der Haut geschlüpft sind und damit beginnen, Kot abzusetzen. Vorher wird ein Milbenbefall nicht bemerkt.

Wie lange dauert es, bis die Krätze weg ist?

Krätze kann sehr gut behandelt werden. Die Mittel müssen mehrere Stunden bis einen Tag auf die Haut einwirken. Nach der Entfernung der Präparate sind die Parasiten in der Regel besiegt. Symptome wie Hautjucken und Brennen können noch mehrere Wochen darüber hinaus bestehen, besonders, wenn die Haut entzündet ist.

Was kann man gegen Krätze tun?

Es gibt keine wirkungsvolle Vorbeugung. Wer sich schützen will, sollte engen Hautkontakt vermeiden. Kleidung und Wäsche ist mindestens bei 60 Grad zu reinigen.

Wie behandelt man Krätze?

Meist wird Krätze durch den Auftrag von Lotionen behandelt. Die Mittel töten die Parasiten ab. Die Präparate müssen mehrere Stunden auf die Haut einwirken. Seltener wird mit Sprays oder Tabletten gearbeitet. Die Behandlung muss nach strengen Vorgaben erfolgen, um dauerhaften Erfolg zu bringen.

Wie lange ist Krätze ansteckend?

Krätze ist ansteckend, solange die Milben auf und unter der Haut aktiv sind. Dies ist der Fall, bis eine Behandlung erfolgt ist. Diese lässt die Parasiten zuverlässig absterben. Einen Tag nach der Anwendung kann eine Ansteckung ausgeschlossen werden.

Ab wann ist Krätze ansteckend?

Krätze ist ansteckend, bevor der Betroffene etwas von der Erkrankung merkt. Sobald sich Krätzemilben auf der Haut befinden, liegt eine Ansteckungswahrscheinlichkeit vor. Bei einer ersten Ansteckung treten die Symptome erst nach zwei bis fünf Wochen auf.

Was ist Krätze?

Krätze ist ein Milbenbefall der Haut. Die ansteckende Hauterkrankung wird durch die Krätzemilbe ausgelöst und in Fachkreisen als Skabies bezeichnet. Die allergische Hautreaktion äußert sich durch einen starken Juckreiz und Hautausschlag.